Von Hirschhasen, neuen Reisen und der Waffenlobby

Die jn-Vorstandsklausur vom 10. bis 12. Mai 2019 in Werder

Text: Anna Corves – Foto: Jens Tönnesmann

Wie können wir unser Alumni-Netzwerk noch stärker aktivieren? Welche (internationalen) Kooperationen könnten jn inhaltlich voranbringen? Welche neuen Fördertöpfe machen für unsere Recherchereisen Sinn?

Für solche strategische Fragen fehlt bei den regelmäßigen Telefonrunden des Vereinsvorstands die Zeit, da geht’s um die laufenden Projekte. Darum trifft sich der Vorstand einmal im Jahr zum Klausur-Wochenende. Diesmal in Werder bei Potsdam, in einem urigen Häuschen im Grünen mit dem preiswürdigen Namen ‚Chalet Hirschhase‘.

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Demokratien in Südasien: Indien vor der Wahl, Nepal auf Bewährung

Recherchereise vom 6. bis 18. April 2019 nach Neu-Delhi, Mumbai und Kathmandu

In Indien werden die Menschen im April und Mai 2019 an die Wahlurnen strömen, um fünf Jahre nach Narendra Modis stürmischen Antritt eine Bilanz über seine Amtszeit zu ziehen. Was sind die wichtigsten Themen des Wahlkampfs? Was bewegt die Wähler der größten Demokratie der Welt? Um Antworten auf diese Fragen zu finden, reist journalists.network im Frühjahr nach Indien und Nepal. In dem Nachbarland besuchen wir vier Jahre nach den zwei verheerenden Erdbeben die Region und berichten über den Wiederaufbau und die Folgen der Katastrophe für die lokale Bevölkerung. 

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Antworten statt Fehlermeldung

München-Stammtisch im 404

Welche Reisen plant journalists.network als nächstes? Wie bewirbt man sich dafür? Und wie finanziert sich der Verein? Das waren nur ein paar der Fragen, die beim zweiten Münchner jn-Stammtisch am 21. November beantwortet wurden.

16 junge Journalisten kamen zu dem Treffen, um sich über den Verein zu informieren oder Teilnehmer bisheriger Reisen (wieder) zu treffen. Etwa die Hälfte hat bereits an einer jn-Reise teilgenommen oder sie organisiert, die anderen waren jn-Neulinge. Weiterlesen …

Fragen und Antworten im „404 page not found“

Stammtisch in München am 21. November

Wie organisiert journalists.network seine Recherchereisen? Was steht als Nächstes an? Und wie erhöhe ich meine Chancen bei einer Bewerbung? Diese Fragen werden beim nächsten Münchner jn-Stammtisch am 21. November um 19:30 Uhr Thema sein. Treffpunkt ist im „404 page not found“ in der Corneliusstraße 2.

Jede und jeder, die/der sich über den Verein informieren oder sich mit anderen Interessierten austauschen will, ist hochwillkommen. Und natürlich freuen wir uns besonders auf unsere Mitglieder und Alumni! Von jn-Seite werden die Alumna Beatrice Barnwell und Sabine Gusbeth sowie Mitglied Dirk Liesemer dabei sein. Auch die neue SZ-Korrespondentin in Peking, unser Vorstandsmitglied Lea Deuber, wird nach Möglichkeit zum jn-Treffen kommen. Weiterlesen …

Ein russisches Sommermärchen? Russland vor der Fußball-Weltmeisterschaft

Recherchereise nach Russland im April/Mai 2018

Text: Kathrin Breer und Niklas Schenk – Fotos: Hendrik Maaßen

Als im Mai die Nachricht durchsickert, dass der ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt kein Visum für Russland erhalten solle und deshalb nicht zur Fußball-WM reisen dürfe, denken elf Teilnehmer der Recherchereise von journalists.network: Hajo Seppelt? War da nicht was? In Sotschi?

Ja, da war tatsächlich was – am letzten Tag unserer Reise bei einem Termin mit Anatoli Pochomow, dem Bürgermeister von Sotschi. Lange im Voraus hatten wir uns um ein Interview bemüht. Als es endlich klappte, kamen neben Pachomow mehrere Mitarbeiter aus seinem Presseteam, Fotografen und ein Kamerateam zum Treffpunkt. Der lag nicht in einem Büro, sondern im Stadtpark vor der Stadtverwaltung. Eine komische und nicht abgesprochene Situation, die uns in Verlegenheit brachte, da wir während des Interviews  fotografiert und gefilmt werden sollten. Wofür das Material verwenden werden sollte und von welchem Sender Fotografen und Kameramänner kamen, wollte man uns nicht verraten.

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Ein russisches Sommermärchen? Russland vor der Fußball-Weltmeisterschaft

Recherchereise vom 22. April bis zum 2. Mai 2018 nach Moskau, Nischni Nowgorod, Kasan und Sotschi

Die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2018 wird Millionen Menschen vor die Fernseher locken und Tausende Fans nach Russland ziehen, um eines der weltweit wichtigsten Sportereignisse live zu verfolgen. Die ganze Welt wird ihre Augen auf Russland und die elf Austragungsorte richten: darunter Moskau, der Olympia-Stadt Sotschi sowie die muslimisch-tatarisch geprägte Metropole Kasan.

Sportliche und kulturelle Großereignisse wie die Weltmeisterschaft wecken häufig die Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung, Öffnung und Entwicklung des Landes. Gilt dies auch für Russland? Wir wollen es auf unserer elftägigen Reise durch das Land herausfinden.

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Engagiert, kritisch und unterhaltsam

Workshops bei der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche

Über 30 Leute – und ein Baby – waren dabei, als journalists.network im Rahmen der nr-Jahreskonferenz zu einem Workshop über das „Recherchieren in unfreien Gesellschaften“ eingeladen hat. Die drei Referentinnen Lea Deuber, Wiebke Keuneke und Theresa Tropper erzählten eine Stunde lang engagiert, kritisch und unterhaltsam über die Arbeitsbedingungen in China, Kuba und Iran. Weiterlesen …

journalists.network bei nr-Jahreskonferenz

Workshops am 10. Juni 2017 in Hamburg

Auf nach Hamburg: Wie schon in den vergangenen Jahren wird sich journalists.network auch in diesem Jahr wieder an der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche beteiligen. Am zweiten Veranstaltungstag, also am Samstag, 10. Juni, bieten wir zwei Workshops zum Recherchieren im Ausland an:

Beim ersten Workshop mit dem Titel „Recherchieren in unfreien Gesellschaften“ (15.15 – 16.15 Uhr) erzählen einige unserer Mitglieder aus ihrem Arbeitsalltag: Wie recherchiert man in Ländern, in denen die Presse – und Meinungsfreiheit nicht so ein hohes Gut ist? Welche Themen sind möglich, welche lieber nicht? Wie komme ich an „echte“ Informationen? Wie finde ich Gesprächspartner in Ländern, wo man nicht mal einfach per Facebook oder E-mail jemanden anfragen kann? Wie reise ich ein – mit Pressevisum oder Touristenvisum? Wie schütze ich meine Gesprächspartner? Anhand der Beispiele China (Lea Deuber), Iran (Theresa Tropper) und Kuba (Wiebke Keuneke) möchten wir diese Fragen gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmern diskutieren. Moderiert wird der Workshop von unserem Vorstandsmitglied Grit Thümmel.

Der zweite Workshop hat den Titel „Einer für alle, alle für einen – Mit journalists.network im Ausland recherchieren„. Damit junge Journalisten fern von zu Hause arbeiten können, braucht es entweder Redaktionen, die Aufträge erteilen oder Organisationen, die Recherchereisen anbieten – so wie journalists.network. Damit wir das auch in den kommenden Jahren tun können, sind wir auf Ihre/Eure Expertise angewiesen: Lasst uns also gemeinsam nachdenken, wohin jn dringend Reisen organisieren sollte, mit welchen Themen und wer dabei helfen könnte (16.30 – 17.30).

Um an unseren Workshops teilzunehmen, muss man sich zur Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche anmelden. Sie findet im Konferenzzentrum des NDR Fernsehens in Hamburg statt (Hugh-Greene-Weg 1, 22529 Hamburg). Beide jn-Workshops finden am Samstagnachmittag direkt hintereinander statt (ab 15.15 Uhr) und zwar voraussichtlich in Raum S1. Laut den Veranstaltern kann sich der Raum aber auch noch kurzfristig ändern. Wer an unseren Workshops teilnehmen möchte, dem wären wir für eine kurze Info an mail@journalists-network.org sehr dankbar.

Wir würden uns sehr freuen, viele unserer (Hamburger) Mitglieder und Alumni zu sehen – und natürlich auch zahlreiche neue Gesichter. Bis bald in Hamburg!

Jenseits des Wirtschaftsbooms – Indiens Ambitionen

jn-Recherchereise nach Indien vom 24.11. bis 6.12.2016

Foto: Sylvia Albert-Vogl

Foto: Sylvia Albert-Vogl

Indien ist mit rund 1,3 Milliarden Einwohnern das zweitbevölkerungsreichste Land der Welt. Mit knapp 8 Prozent Wirtschaftswachstum ist das Land derzeit weltweit Spitzenreiter und konnte inzwischen selbst China hinter sich lassen. Dennoch herrscht in weiten Teilen des Landes weiterhin absolute Armut. Zudem ist Indien demografisch betrachtet ein junges Land, mit einem Durchschnittsalter von rund 27 Jahren – in Deutschland liegt es bei 46 Jahren. Um soziale Unruhen zu vermeiden, müssen in den kommenden Jahren also Jobs für Millionen junger Menschen geschaffen werden. Wie kann das gelingen? Und wie nachhaltig ist der indische Wirtschafts-Boom? Diverse Sozialunternehmer versuchen derzeit, die indische Form des Kapitalismus zu verändern: „Weg vom Kapitalismus ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt – hin zu unternehmerischer Verantwortlichkeit“ lautet ihr Credo. Aber welche Strategien funktionieren und wie können sie ökologisch und sozial aufrechterhalten werden?

Dass der soziale Frieden bedroht ist, zeigt sich auch an mehreren Vorkommnissen an Indiens Hochschulen: So gab es an der Jawaharlal Nehru University in Delhi Anfang des Jahres heftige Proteste. Und der Doktorand und Dalit Rohith Vemula beging gar Suizid aufgrund von Diskriminierung an seiner Hochschule. Beide Fälle verdeutlichen die massiven Spannungen innerhalb der indischen Gesellschaft. Wie können diese abgebaut und der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt werden? Zwei Jahre nach dem überwältigenden Sieg der Bharatiya-Janata-Partei (BJP) unter Narendra Modi in den allgemeinen Parlamentswahlen wollen wir daher eine Zwischenbilanz ziehen. Modi galt für viele Menschen als Hoffnungsträger. Was davon ist geblieben?

Zu den gesellschaftlichen kommen auch massive ökologische Herausforderungen. Unkontrolliert gewachsene Städte, schlechte Infrastruktur und Luftverschmutzung sind indische Normalität. Dazu kommt eine enorme Wasserknappheit: Anfang dieses Jahres war ein Viertel der Bevölkerung – rund 330 Millionen Menschen! – von der schlimmsten Dürreperiode seit 20 Jahren betroffen. Nachhaltige Wasserversorgung- und -konservierung sind so in den vergangenen Monaten zu einem zentralen Thema geworden. Was für Lösungsansätze gibt es – und können sie auch Abhilfe schaffen? Weiterlesen …