Die Türkei nach dem Putschversuch

Hintergrundgespräch mit Cem Sey am 25. Juli in Berlin

Ein gescheiterter Putsch des Militärs, der „Gegen-Putsch“der Regierung, die Diskussion um die Todesstrafe: Die Nachrichten aus der Türkei sind harter Tobak. Das Land wird erschüttert von gesellschaftlichen Grabenkämpfen, in den Kurdengebieten im Südosten herrschen kriegsähnliche Zustände, an den Grenzen brodelt’s, der Umgang mit Islamisten ist unklar, der Staatspräsident macht die Opposition mundtot – ist aber von der Mehrheit gewählt.

Von außen betrachtet scheint man ein Land auf dem Weg in die Diktatur zu beobachten. Wie aber fühlt es sich im Land an, wie erleben die Menschen vor Ort diese Tage? Darüber kann uns Cem Sey berichten. Der deutsch-türkische Journalist ist langjähriges jn-Mitglied und hat den Putschversuch in Istanbul erlebt. Jetzt kommt er nach Berlin – und nimmt sich Montag abend für uns Zeit, seine Eindrücke zu schildern und die Lage in der Türkei einzuschätzen. Das Gespräch mit Cem Sey findet statt am Montag, den 25. Juli, um 19 Uhr in der Narr Bar, Böckhstraße 24, 10967 Berlin-Kreuzberg.

Über eine kurze Anmeldung bei unserem Vorstandsmitglied Anna Corves würden wir uns sehr freuen: ac@journalists-network.org

jn bei nr: Volles Haus bei unseren Workshops

Großer Andrang bei den „Tipps zum Recherchieren im Ausland“

DSC_3065Die direkte Konkurrenz war hart, aber der Raum trotzdem voll: Am 8. Juli 2016 hat journalists.network ein weiteres Mal an der Jahreskonferenz vom Netzwerk Recherche teilgenommen. Und trotz der Parallel-Veranstaltung mit EU-Parlamentspräisident Schulz und dem Cumhuriyet-Chefredakteur Can Dündar war auch unser (kleinerer) Raum mit etwa 50 Leuten gut gefüllt – das hat uns sehr gefreut! Weiterlesen …

journalists.network bei nr-Jahreskonferenz

Workshops am 8. Juli 2016 in Hamburg

Es ist fast schon eine Art Tradition: Wie in den vergangenen Jahren wird sich journalists.network auch in diesem Jahr wieder an der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche beteiligen. Am ersten Veranstaltungstag, also am Freitag, 8. Juli, bieten wir zwei Workshops zum Recherchieren im Ausland an:

Beim ersten Workshop mit dem Titel „10 Tipps zur Recherche im Ausland“ (18.15 – 19.15 Uhr) wollen wir – gerade für Berufsanfänger – ganz praktische Tipps geben, wie man vorgehen und an was man denken sollte, bevor man zum ersten Mal in fernen Ländern arbeitet. Die entsprechenden Tipps kommen dabei von zwei erfahrenen Kolleginnen: Katharina Finke und Theresa Tropper. Mehr dazu hier.

Damit im Ausland recherchiert werden kann, braucht es aber entweder Redaktionen, die Aufträge erteilen oder Organisationen, die Recherchereisen anbieten – so wie journalists.network. Damit wir das auch in den kommenden Jahren tun können, sind wir auf Ihre/Eure Expertise angewiesen: Lasst uns also gemeinsam nachdenken, wohin jn dringend Reisen organisieren sollte, mit welchen Themen und wer dabei helfen könnte (19.15 – 20.15). Weiterlesen …

„Das Land ist im Umbruch.“

Recherchereise nach Brasilien im April/Mai 2016

Text: Marc Frick

Foto: Peter Neitzsch

Foto: Peter Neitzsch

„Das Land ist im Umbruch.“ – ein Satz, der in der Geschichte Brasiliens zu nahezu jedem Zeitpunkt Gültigkeit beanspruchen konnte. Ein Satz, der auch den Teilnehmern der Recherchereise des journalists.network nach Rio de Janeiro und São Paulo regelmäßig begegnete.

Stand die Reise zum Zeitpunkt ihrer Ausschreibung ganz im Zeichen des nahenden Großereignisses Olympia, wird sie – eingeholt von den sich überschlagenden Ereignissen rund um die geplante Amtsenthebung der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff – schnell zu einer Exkursion in die politischen Wirren eines gespaltenen Landes. Was der nächste Tag an Neuigkeiten bringen wird? Ungewiss und unberechenbar. Auf die Frage nach der Zukunft Brasiliens fällt dann auch immer wieder dieser Satz: „Das Land ist im Umbruch.“ Weiterlesen …

„Kim Jon Un hat überreizt – nicht nur ein bisschen“

Hintergrundgespräch mit Hartmut Koschyk in Berlin

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Das war Zufall – aber ein wirklich passender: Während in Nordkorea zum ersten Mal seit 1980 ein Parteikongress der Arbeiterpartei Nordkoreas stattfand, haben wir Hartmut Koschyk zum Hintergrundgespräch von journalists.network getroffen. Der CSU-Bundestagsabgeordnete ist einer der besten Kenner der rätselhaften Diktatur in Deutschland: Als langjähriger Vorsitzender der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe hat er das Land bereits oft bereist. Koschyk nahm sich viel Zeit, um von seinen Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten sowie den Parteitag und die allgemeine Lage in Nordkorea zu bewerten.

Vom Abhalten des Parteitags selbst zeigte sich Koschyk dabei im Gegensatz zu vielen Beobachtern gar nicht überrascht: Die Veranstaltung sei seit zwei Jahren angekündigt gewesen. Dass Nordkorea dennoch immer wieder für weltweite Irritationen sorge, liege an einer klaren Strategie, ein Geheimnis aus ihrer Politik zu machen. Daher meint Koschyk: „Vieles in der Berichterstattung über dieses Land wird zur Sensation, auch wenn es ganz normale Vorgänge sind.“ Weiterlesen …

Nordkorea: Wohin steuern die Kims?

Hintergrundgespräch mit Hartmut Koschyk am 10. Mai 2016 in Berlin

Die wenigen Nachrichten, die uns aus und über Nordkorea erreichen, muten oftmals erschreckend und zum Teil auch skurril an: Da ist von willkürlichen Hinrichtungen die Rede, von Machtkämpfen innerhalb der Führung, von Hungersnöten, von Raketentests und diplomatischen Provokationen. Anderersits gibt es Berichte über einen Bauboom in Pjöngjang, der Einführung von Internet und Mobiltelefonen und einer privilegierten Gruppe junger Regime-Günstlinge, denen die Kims gestattet haben, Reichtum anzuhäufen. Wie zu Zeiten der Sowjetunion gibt es daher im Westen, vor allem aber beim Nachbarn Südkorea, eine große Gruppe von Apologeten und „Astronomen“, die jedes winzige Fitzel Information aus Nordkorea auf seine Glaubwürdigkeit und seine Aussage hin abklopft. Dennoch herrscht allgemein der Eindruck vor: Die spinnen, die Kims in Nordkorea. Aber ist die Politik des Regimes wirklich so unberechenbar, wie das oftmals wirkt? Weiterlesen …

Austausch mit geflüchteten syrischen Medienmachern

Stammtisch am 19. April 2016 in Berlin

Seit Herbst 2015 bemüht sich journalists.network um einen Austausch mit syrischen Medienmachern und Journalisten, die nach Deutschland geflüchtet sind. Die ersten Treffen sind überaus positiv gelaufen: Syrer und Deutsche haben sich inzwischen angenähert und bereits viel übereinander gelernt. Weiterhin haben wir kein festes Ziel dieses Projekts vor Augen und auch keine festgefügte Agenda. Dennoch ist der Kontakt inzwischen so stabil, dass wir die Runde für weitere Interessenten – ob aus Deutschland oder Syrien – öffnen wollen.

Nachdem wir beim letzten Mal die Neuen Deutschen Medienmacher und Hostwriter zu Gast hatten, freuen wir uns dieses Mal über den Besuch einer angehenden Online-Chefredakteurin. Sie ist auf der Suche nach interessanten Journalistinnen und Journalisten und will über mögliche Themen und Zusammenarbeiten sprechen. Ansonsten ist wie immer Zeit zum netzwerken und für ausgiebige Diskussion.

Korruption, Rezession – Olympia: Kann Brasilien noch gewinnen?

Recherchereise nach Rio de Janeiro und São Paulo vom 30. April bis 12. Mai 2016

Rio Seilbahn

Foto: Pauline Tillmann

Als Brasilien im Oktober 2009 den Zuschlag für die Olympischen Spiele bekam, galt das Land als kommender Global Player mit solidem Wirtschaftswachstum und stabiler Politik. Der damalige Präsident Lula da Silva versprach unvergessliche Sommerspiele. Am 5. August soll es nun losgehen, doch anstelle positiver Botschaften hagelt es Negativschlagzeilen: Hunderttausende protestieren gegen Korruption und demonstrieren für die Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff, deren Zustimmung nur noch bei zehn Prozent liegt. Das Land versinkt immer tiefer in der Wirtschaftskrise. Das Zika-Virus, das schwere Fehlbildungen bei Neugeborenen auslösen soll, breitet sich aus. Und Lula da Silva könnte bald wegen Korruptionsverdachts selbst auf der Anklagebank sitzen. Ein denkbar schlechter Zeitpunkt also für Brasilien, um Olympische Spiele auszutragen? Wer kann durch die Spiele gewinnen und wer steht schon jetzt als Verlierer fest? Weiterlesen …

Neu: Stammtisch in München

Treffen am 16. März in der Loretta-Bar

Im März geht unser dritter Stammtisch an den Start: Wir freuen uns sehr, dass nach Berlin und Köln nun auch München einen Treffpunkt für jn-Mitglieder, -Alumni und natürlich alle am Verein Interessierten bekommt! Wer schon immer mal wissen wollte, was für Veranstaltungen wir machen, wie man sich für unsere Reisen bewirbt und wie man sich bei uns engagieren kann – hier erfährt man’s aus erster Hand. Und wer uns schon kennt, kann hier die Kollegen früherer Reisen wiedertreffen und neue Kontakte knüpfen… Weiterlesen …

Die ganze Welt in 90 Minuten

Hintergrundgespräch mit Omid Nouripour am 15. Februar 2016 in Berlin

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Gerade zurückgekehrt von der Münchener Sicherheitskonferenz hat sich der außenpolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Omid Nouripour, mit journalists.network zum Hintergrundgespräch getroffen. In den Räumen der Evangelischen Journalistenschule in Berlin stellte sich Nouripour eineinhalb Stunden lang allen Fragen der etwa 25 Teilnehmer – Fragen, die in etwa so viele Themenfelder abdeckten wie die Sicherheitskonferenz.

Nouripour betonte, wie wichtig und schwierig gerade in diesen Zeiten hintergründige Berichterstattung sei; zugleich betonte er aber auch, dass er sich zum Beispiel aus Krisengebieten über Social Media informiert. Auch würden humanitäre Katastrophen wie im Jemen in den klassischen Medien kaum stattfinden – auch, weil sich leider nur wenige Leser, Hörer und Zuschauer dafür interessierten. Weiterlesen …