Heute Hongkong, morgen Taiwan?

Recherchereise in die Republik China im November 2019

Text & Fotos: Elisa Rheinheimer-Chabbi

Am 11. Januar 2020 sind Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Republik China, wie Taiwan offiziell heißt. Die Insel liegt knapp 200 Kilometer östlich vom Festland und ist historisch, kulturell und vor allem wirtschaftlich eng verbunden mit der benachbarten Volksrepublik China.

Wie genau die Beziehungen aussehen sollen, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen auf beiden Seiten der Taiwan-Straße und auch auf der Insel selbst. Das wurde schnell klar während der Recherche von zwölf Journalisten vom 21. bis zum 30. November in Taipeh und Kaohsiung.

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Engagiert, kritisch und unterhaltsam

Workshops bei der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche

Über 30 Leute – und ein Baby – waren dabei, als journalists.network im Rahmen der nr-Jahreskonferenz zu einem Workshop über das „Recherchieren in unfreien Gesellschaften“ eingeladen hat. Die drei Referentinnen Lea Deuber, Wiebke Keuneke und Theresa Tropper erzählten eine Stunde lang engagiert, kritisch und unterhaltsam über die Arbeitsbedingungen in China, Kuba und Iran. Weiterlesen …

journalists.network bei nr-Jahreskonferenz

Workshops am 10. Juni 2017 in Hamburg

Auf nach Hamburg: Wie schon in den vergangenen Jahren wird sich journalists.network auch in diesem Jahr wieder an der Jahreskonferenz des Netzwerks Recherche beteiligen. Am zweiten Veranstaltungstag, also am Samstag, 10. Juni, bieten wir zwei Workshops zum Recherchieren im Ausland an:

Beim ersten Workshop mit dem Titel „Recherchieren in unfreien Gesellschaften“ (15.15 – 16.15 Uhr) erzählen einige unserer Mitglieder aus ihrem Arbeitsalltag: Wie recherchiert man in Ländern, in denen die Presse – und Meinungsfreiheit nicht so ein hohes Gut ist? Welche Themen sind möglich, welche lieber nicht? Wie komme ich an „echte“ Informationen? Wie finde ich Gesprächspartner in Ländern, wo man nicht mal einfach per Facebook oder E-mail jemanden anfragen kann? Wie reise ich ein – mit Pressevisum oder Touristenvisum? Wie schütze ich meine Gesprächspartner? Anhand der Beispiele China (Lea Deuber), Iran (Theresa Tropper) und Kuba (Wiebke Keuneke) möchten wir diese Fragen gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmern diskutieren. Moderiert wird der Workshop von unserem Vorstandsmitglied Grit Thümmel.

Der zweite Workshop hat den Titel „Einer für alle, alle für einen – Mit journalists.network im Ausland recherchieren„. Damit junge Journalisten fern von zu Hause arbeiten können, braucht es entweder Redaktionen, die Aufträge erteilen oder Organisationen, die Recherchereisen anbieten – so wie journalists.network. Damit wir das auch in den kommenden Jahren tun können, sind wir auf Ihre/Eure Expertise angewiesen: Lasst uns also gemeinsam nachdenken, wohin jn dringend Reisen organisieren sollte, mit welchen Themen und wer dabei helfen könnte (16.30 – 17.30).

Um an unseren Workshops teilzunehmen, muss man sich zur Jahreskonferenz von Netzwerk Recherche anmelden. Sie findet im Konferenzzentrum des NDR Fernsehens in Hamburg statt (Hugh-Greene-Weg 1, 22529 Hamburg). Beide jn-Workshops finden am Samstagnachmittag direkt hintereinander statt (ab 15.15 Uhr) und zwar voraussichtlich in Raum S1. Laut den Veranstaltern kann sich der Raum aber auch noch kurzfristig ändern. Wer an unseren Workshops teilnehmen möchte, dem wären wir für eine kurze Info an mail@journalists-network.org sehr dankbar.

Wir würden uns sehr freuen, viele unserer (Hamburger) Mitglieder und Alumni zu sehen – und natürlich auch zahlreiche neue Gesichter. Bis bald in Hamburg!

„Eine Welt, ein Traum“? – Beijing vor den Olympischen Spielen

Recherchereise nach China im Frühjahr 2008

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Einen Satz hören wir in China immer wieder: „Ich habe keine Angst.“ Ding Ai sagt diesen Satz. Sie steht auf einem Bauschutt-Hügel und spricht in die Mikrofone, die wir ihr entgegenstrecken. Die Geschäftsfrau klagt über die Mauer mitten in ihrem Hof. Das Bauamt hat sie hochgezogen. Man wollte den hinteren Teil ihres Hofes enteignen, samt Gebäuden. Ding Ai riss die Mauer wieder ein, legte Beschwerde ein.

„Ich habe keine Angst“, sagt auch Teng Biao. „Ich bin darauf vorbereitet, verhaftet zu werden.“ Teng Biao ist Menschenrechtsanwalt. Wir treffen ihn in einem kleinen Zimmer unseres Pekinger Hotels. Die Hitze treibt uns Schweißperlen auf die Stirn. Die Klimaanlage muss ausbleiben, weil sonst ein Surren auf den Tonbänder bliebe. Wir fürchten, die Staatssicherheit könne unser Treffen stören, deshalb haben wir uns für das Hotelzimmer statt eines Cafés entschieden. Der 34-jährige Teng hat Erfahrung mit ausländischen Medien und mit der Staatssicherheit. „Als Intellektueller ist es meine Pflicht, für die Menschenrechte in China zu kämpfen“, sagt er. Wenige Tage später verliert Teng Biao seine Anwaltslizenz. Das liegt jedoch nicht an unserem Treffen, sondern an seiner Bereitschaft, Tibeter zu verteidigen, die bei den Unruhen im Frühjahr 2008 verhaftet wurden.

Wir sind überrascht über die Offenheit, mit der viele Chinesen Staat und Behörden kritisieren. Vor allem jene elf der insgesamt 16 Teilnehmer in unserer Gruppe, die zum ersten Mal in China sind, hätten das nicht erwartet. Am Ende unserer Reise ist klar: Die Antwort auf die Frage „Chinas Olympische Spiele: Eine Welt, ein Traum?“ lautet: Intellektuelle und Manager, Künstler und Bauern – sie alle haben verschiedene Träume und Vorstellungen. Weiterlesen …