Heute Hongkong, morgen Taiwan?

Recherchereise in die Republik China im November 2019

Text & Fotos: Elisa Rheinheimer-Chabbi

Am 11. Januar 2020 sind Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Republik China, wie Taiwan offiziell heißt. Die Insel liegt knapp 200 Kilometer östlich vom Festland und ist historisch, kulturell und vor allem wirtschaftlich eng verbunden mit der benachbarten Volksrepublik China.

Wie genau die Beziehungen aussehen sollen, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen auf beiden Seiten der Taiwan-Straße und auch auf der Insel selbst. Das wurde schnell klar während der Recherche von zwölf Journalisten vom 21. bis zum 30. November in Taipeh und Kaohsiung.

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Demokratie auf Chinesisch: Taiwan vor der Wahl

Recherchereise vom 21. November bis 1. Dezember 2019 nach Taipeh und Kaohsiung

Seit der Wahl der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen vor drei Jahren haben sich die Beziehungen zwischen China und Taiwan deutlich verschlechtert. 2016 hatte die Fortschrittspartei DPP die Wahlen mit dem Versprechen gewonnen, anders als die Vorgängerregierung wieder stärker auf Distanz zu Peking zu gehen. Als Reaktion auf die Weigerung, eine abgeschwächte Form des Ein-China-Prinzips zu unterstützen, kappte Peking seine offiziellen Kanäle nach Taipeh.

Zwei Monate vor den Wahlen im Januar 2020 wollen wir uns vor Ort einen Überblick über die Lage in dem demokratischen Inselstaat verschaffen. Welchen Einfluss haben die Massendemonstrationen in Hongkong auf die Wahlen in Taiwan? Welche Rolle spielen die USA und der Handelsstreit zwischen Washington und Peking? Wie sehen junge Menschen das Verhältnis zu Festlandchina?

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Folterzellen, ein Tempeldoktor im Blaumann und die beste Pizza östlich von Italien

Recherchereise nach Thailand und Kambodscha im Mai/Juni 2018

Text und Fotos: Fabian Vögtle

„Wir können den Zerfall nicht stoppen, nur verlangsamen“, sagt Hans Leisen. Zusammen mit seiner Frau Esther von Plehwe-Leisen kämpft er seit mehr als 20 Jahren für den Erhalt des größten Schatzes von Kambodscha. Zwar ist der Professor der Technischen Hochschule Köln schon seit einigen Jahren pensioniert. Trotzdem steht er an diesem Tag – wie mehrere Monate im Jahr – im Blaumann auf einem Baugerüst über der rund 1000 Jahre alten Tempelstadt von Angkor. Während ein Monsungewitter losbricht, erklärt Leisen uns, wie sein Team die Reliefs und andere Gebäudeteile des Haupttempels Angkor Wat restauriert und konserviert. Zum Einsatz kommen Kieselsäureester, Gips, Sand, Mörtelinjektionen – und Zahnbürsten.

Für ihr Engagement wurde das Ehepaar 2016 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. In Kambodscha haben sie bereits mehr als 30 Restauratorinnen und Restauratoren ausgebildet, in den kommenden Jahren wollen sie das Projekt an die einheimischen Behörden übergeben. „Das ist unser Hauptziel“, sagt er. Weiterlesen …

Wahlen im Schatten des großen Bruders

Recherchereise nach Taiwan im November 2015

Text: Silke Weber – Foto: Antje Binder

Quelle_Antje_BinderTaiwan, eine Insel mit 23 Millionen Einwohnern, so groß wie Baden-Württemberg, muss man sich ein bisschen wie eine Mischung aus Japan und China vorstellen und ihre Bewohner wie die Schwaben Asiens. Vom 13. bis 24. November 2015 bereisten zehn Journalisten das kulturelle, wirtschaftliche und politische Zentrum des Landes: die Hauptstadt Taipeh.

Am 16. Januar 2016 sind Wahlen in Taiwan und Wahlkampf in Taiwan ist auch ein riesiges popkulturelles Ereignis, da waren Besuche bei den größten Parteien, der Democratic Progressive Party (DPP) und der Kuomintang Party (KMT), oder einer Wahlkampfveranstaltung natürlich verpflichtend. Übrigens ist es sehr leicht, sich in ein politisches Gespräch mit Taiwanern zu verwickeln, denn das Land ist tief gespalten: in das blaue Lager der KMT und das grüne der DDP, die sich vor allem in der Frage der Beziehungen zu China unterscheiden. Weiterlesen …

Myanmars Wandel oder: Die Suche nach der Freiheit

Recherchereise nach Myanmar im Februar 2015

Text: Nina Belz & Sarah Judith Hofmann – Fotos: Sarah Judith Hofmann

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Bis vor fünf Jahren eine abgeschottete, international geächtete Militärdiktatur, ist Myanmar inzwischen bei Investoren und Touristen kein Geheimtipp mehr. Die Dynamik im Land ist fast mit bloßem Auge sichtbar. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine neue Lizenz für irgendein Geschäftsfeld vergeben wird, ein neues Produkt auftaucht oder ein Infrastrukturprojekt an Fahrt gewinnt. Aber was hat sich für die Menschen wirklich verändert, seit die Militärregierung 2010 ihre Uniform gegen zivile Kleider tauschte? Ist das Land bereit für die Wahlen, die Präsident Thein Sein für Ende 2015 angekündigt hat? Diese Fragen hat eine jn-Gruppe im Februar 2015 recherchiert. Weiterlesen …

Ninjas in der Steppe und Sehnsucht nach Hackepeter

Recherchereise in die Mongolei im September 2011

Text und Fotos: Max Kuball

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Es war ein langer Weg: Nach vielen Monaten der Planung landeten acht deutsche Journalisten Mitte September 2011 auf dem Flughafen von Ulaanbaatar in der fernen Mongolei. Über den Sommer hatte es mehrfach so ausgesehen, als würde die Reise am Finanziellen scheitern, die Suche nach Förderern war kompliziert und langwierig. Doch bekanntlich wird Hartnäckigkeit am Ende ja belohnt und so verlebte die Gruppe zehn intensive, lehrreiche und fröhliche Tage in der Mongolei. Weiterlesen …

Flüchtlinge, Öl und Säbelrasseln

Alumni-Recherchereise nach Aserbaidschan im Juni 2010

Fotos: Klaus Heymach

Orientalisch? Post-sowjetisch? Pulverfass oder Stabilitätsanker? Mitte Juni ging eine Gruppe jn-Alumni im Südkaukasus auf Spurensuche. Und stieß dabei auf überzeugte Europäer und enttäuschte Dissidenten, verzweifelte Flüchtlinge und stolze Militärs, Blogger und Minister. „Wir sind ein Teil von Europa“, zeigte sich der Chef des staatlichen Oil Funds in Baku überzeugt. Als Beleg führt der 38-jährige Shahmar Movsumov seine Arbeit an: Der Gewinn aus jedem Barrel Öl werde dokumentiert, Korruption gebe es nur noch in der Wahrnehmung mancher westlicher Beobachter. Gegen Vetternwirtschaft und Ressourcenfluch arbeitet Movsumov in einem auf frostige Grade heruntergekühlten Neubau aus dunklem Marmor, gegenüber haben italienische Luxusboutiquen eröffnet. Europa am Kaspischen Meer. Beim Eurovision Song Contest, freut sich Movsumov, sei sein Land wieder in der Top Ten gelandet. Weiterlesen …

Wege aus der Dauerkrise

Recherchereise auf die Philippinen im März 2007

Trotz des immensen Müllproblems und der Armut des Landes blickten wir vielerorts in fröhliche Gesichter.

Trotz des immensen Müllproblems und der Armut des Landes blickten wir vielerorts in fröhliche Gesichter.

Die Philippinen – der südostasiatische Archipel aus mehr als 7700 Inseln – befinden sich in einer Dauerkrise: Ein funktionierendes Sozialsystem ist nicht vorhanden, Vetternwirtschaft und schwache politische Führung verhindern den wirtschaftlichen Aufschwung. Negativmeldungen über politisch motivierte Morde und Umweltkatastrophen prägen das Image des Landes in der Welt. Vor der Parlamentswahl am 14. Mai 2007 bereisten zwölf Teilnehmer vom 19. bis 29. März die Hauptstadt Manila und Teile der südlich von Manila gelegenen Inselgruppe der Visayas. Weiterlesen …

Zwischen demokratischem Aufbruch und postsowjetischer Stagnation

Alumni-Reise nach Tadschikistan im Oktober/November 2005

Eine Welle von Revolutionen rollte durch mehrere postsowjetische Republiken. Den Anfang machte im Winter 2003 Georgien mit seiner Rosenrevolution, ein Jahr später folgte die Ukraine mit ihrer Revolution in Orange. Ende März 2005 war dann auch die Tulpenrevolution in Kirgistan nicht mehr aufzuhalten. Das Nachbarland Tadschikistan, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, zählten Beobachter zu jenen Risikostaaten, in denen eine Revolution ebenfalls möglich ist. Weiterlesen …