Die Waffen schweigen, der Konflikt geht weiter – Kolumbien nach dem Friedensabkommen mit der Farc-Guerilla

Recherchereise nach Bogotá, Popayán und in die Grenzregion La Guajira vom 4. bis 15. Mai 2020 verschoben.

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„Tuchfühlung mit den Akteuren, dafür war ich zuständig“

Hintergrundgespräch mit Syrien-Experte Carsten Wieland im Januar 2020

Text: Max Kuball – Foto: Alexander Moritz

Jahrelang hat er in Genf an der Lösung des Syrien-Konflikts gearbeitet, seit kurzem ist er zurück in Berlin: Der Diplomat und Autor Carsten Wieland. Also haben wir die Chance genutzt und ihn – solange die Eindrücke und Einblicke noch frisch sind – zu einem jn-Hintergrundgespräch eingeladen. In den Räumen des iac Berlin stellte sich Wieland zwei Stunden lang den Fragen einer kleinen, aber interessierten Gruppe von Teilnehmern.

Wieland begann den Abend, indem er ein bisschen über seinen Werdegang erzählte. Wie er als ausgebildeter Journalist (und Vorsitzender von journalists.network) zu einem Kenner der arabischen Welt, vor allem Syriens wurde. Wie ihn seine langjährigen Kontakte zu fortschrittlich denkenden Gruppen in Syrien zu einem wertvollen Mittler im syrischen Bürgerkrieg werden ließen. Und wie er – vom Auswärtigen Amt nach Genf entsandt – den UN-Sondergesandten Brahimi, de Mistura und Pedersen dabei half, Regierung und Opposition zu Gesprächen an einen Tisch zu bringen. „Tuchfühlung mit den Akteuren, dafür war ich zuständig“, umschrieb er seine Genfer Aufgabe.

Daneben ging es aber auch viel um die Wurzeln des Konflikts, seinen Einschätzungen zur Rolle der UN, Russlands und Machthaber Assads, um die heutige Lage sowie mögliche Zukunftsszenarien. Besonders optimistisch blickt Wieland dabei nicht in die Zukunft: In fünf bis zehn Jahren werde Syrien noch immer ein destabilisiertes Land mit vielen Teilkonflikten sein, so seine Prognose.

Im Zeichen der Vier

Lernen und Kennenlernen beim Jahrestreffen in Berlin

Text: Max Kuball – Fotos: Max Kuball und Michael Stürzenhofecker

Es war der 4. Januar und es war das 4. Jahr in Folge, dass jn am ersten Samstag des Jahres zu Workshops, Kennenlernen und Netzwerkpflege eingeladen hat. Und wieder ist eine erfreulich große Zahl junger Journalistinnen und Journalisten unserer Einladung gefolgt und ist mit uns ins neue Jahr gestartet.

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Acht Jahre Krieg – Gibt es noch Hoffnung für Syrien?

Hintergrundgespräch mit Carsten Wieland am 27. Januar in Berlin

Auch nach über acht Jahren ist im syrischen Krieg kein Ende in Sicht: Nach Jahren des erbitterten Kämpfens ist unter den beteiligten Parteien ein schier undurchdringliches Interessen-Knäuel entstanden, das sich offenbar nicht lösen lässt – und so geht das Sterben unvermindert weiter. Syrer, Rebellen, Islamisten, Türken, Russen und Kurden finden keinen Ausgang aus dem Krieg. 

Die Diplomatie hatte dabei von Anfang an einen schweren Stand, manche sagen: eigentlich nie eine Chance. Und doch gab es immer neue Anläufe für Gespräche, vor allem durch die sogenannten Sondergesandten der Vereinten Nationen. Carsten Wieland, früher Journalist und heute Diplomat, hat die letzten drei dieser Sonderbeauftragten beraten: Lakhdar Brahimi, Staffan de Mistura und Geir Pedersen. 2013/14 sowie von 2016 bis 2019 arbeitete er in Genf und versuchte, in dem festgefahrenen Konflikt zu vermitteln.

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Heute Hongkong, morgen Taiwan?

Recherchereise in die Republik China im November 2019

Text & Fotos: Elisa Rheinheimer-Chabbi

Am 11. Januar 2020 sind Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in der Republik China, wie Taiwan offiziell heißt. Die Insel liegt knapp 200 Kilometer östlich vom Festland und ist historisch, kulturell und vor allem wirtschaftlich eng verbunden mit der benachbarten Volksrepublik China.

Wie genau die Beziehungen aussehen sollen, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen auf beiden Seiten der Taiwan-Straße und auch auf der Insel selbst. Das wurde schnell klar während der Recherche von zwölf Journalisten vom 21. bis zum 30. November in Taipeh und Kaohsiung.

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Jahrestreffen 2020 in Berlin

Workshops und Networking am 4. Januar bei ZEIT Online

So langsam kann man von einer Tradition sprechen: Das vierte Jahr in Folge treffen wir uns am ersten Samstag des neuen Jahres in den Räumlichkeiten von ZEIT Online, um gemeinsam zu lernen, zu netzwerken und neue Projekte auszuhecken. Diesmal ist es also der 4. Januar 2020, an dem wir zu Workshops und Get-together nach Berlin-Kreuzberg einladen möchten!

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journalists.network diskutiert beim #Campfire-Festival

Podiumsdiskussion am 31. August 2019 in Düsseldorf

Text: Benedikt Schulz – Fotos: Charlotte Horn

Wie steht es um die Auslandsberichterstattung in Zeiten schrumpfender Korrespondentennetze und wachsendem Spardrucks? Diese Frage stellte jn-Vorstandsmitglied Benedikt Schulz seinen Gästen in der jn-Diskussionsrunde beim #Campfire-Festival im August in Düsseldorf.

Viele Redaktionen sind immer weniger gewillt, in Auslandsrecherche zu investieren. Oft, weil ihnen in der sich verändernden Medienlandschaft das Geld dazu fehlt. Eine Lücke, die zunehmend von privaten Geldgebern gefüllt wird. Indirekt durch die Finanzierung von Journalismus-Stipendien, oft aber auch ganz direkt. Etwa, wenn Stiftungen eigene Recherchereisen organisieren, deren Inhalte sie dadurch bestimmen können.

Auf dem Podium diskutierten Matthias Beermann, Chefkorrespondent Ausland der Rheinischen Post, die freie Journalistin Julia Neumann, die aus Nordafrika und Westasien berichtet, sowie der jn-Vorsitzende Max Kuball. Die Diskussion verlief konstruktiv und dennoch hitzig – was nicht nur an der sommerlichen Hitze im taz-Zelt lag.

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Kennenlernen und Wiedersehen in Kreuzberg

Nächstes Treffen des Berliner Stammtischs am 19. September

Die Berliner jn-Sektion lädt mal wieder zum Kennenlernen und Wiedersehen. Wir wollen einen Blick auf unsere aktuellen Projekte werfen, welche Recherchereisen in diesem und nächsten Jahr so zu erwarten sind und wie man daran teilnehmen kann. Und wer das alles schon weiß, kann ja immerhin mal wieder mit uns anstoßen und neue Ideen ventilieren. Wir freuen uns also auf viele bekannte und auf viele neue Gesichter!

Treffpunkt am 19. September ist das Brauhaus „Dolden Mädel“ in Kreuzberg. Der Tisch im Craft-Beer-Schuppen am Mehringdamm 80 ist ab 20 Uhr für uns reserviert. Damit wir besser planen können, würden wir uns über eine kurze Nachricht an mail@journalists-network.org sehr freuen – vielen Dank!

Demokratie auf Chinesisch: Taiwan vor der Wahl

Recherchereise vom 21. November bis 1. Dezember 2019 nach Taipeh und Kaohsiung

Seit der Wahl der taiwanischen Präsidentin Tsai Ing-wen vor drei Jahren haben sich die Beziehungen zwischen China und Taiwan deutlich verschlechtert. 2016 hatte die Fortschrittspartei DPP die Wahlen mit dem Versprechen gewonnen, anders als die Vorgängerregierung wieder stärker auf Distanz zu Peking zu gehen. Als Reaktion auf die Weigerung, eine abgeschwächte Form des Ein-China-Prinzips zu unterstützen, kappte Peking seine offiziellen Kanäle nach Taipeh.

Zwei Monate vor den Wahlen im Januar 2020 wollen wir uns vor Ort einen Überblick über die Lage in dem demokratischen Inselstaat verschaffen. Welchen Einfluss haben die Massendemonstrationen in Hongkong auf die Wahlen in Taiwan? Welche Rolle spielen die USA und der Handelsstreit zwischen Washington und Peking? Wie sehen junge Menschen das Verhältnis zu Festlandchina?

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Ist die differenzierte Auslandsberichterstattung bedroht?

Podiumsdiskussion am 31. August beim Campfire Festival in Düsseldorf

Guter Auslandsjournalismus ist das Tor zur Welt. Was passiert in fernen Regionen und was bedeutet das für mein eigenes Leben? In einer Welt, in der globale Zusammenhänge – Stichwort: Klimawandel – immer bedeutender werden, ist es wichtig, zu verstehen, was auf der Welt passiert. Für den differenzierten Blick in die Ferne braucht man gute Journalistinnen und Journalisten. Und doch ist dieser differenzierte Blick mehr denn je bedroht. Denn viele Redaktionen sind immer weniger gewillt, in Auslandsrecherche zu investieren – oft weil ihnen in der sich verändernden Medienlandschaft das Geld dazu fehlt. Eine Lücke, die zunehmend von privaten Geldgebern gefüllt wird: Indirekt durch die Finanzierung von Journalismus-Stipendien, aber oft auch ganz direkt, etwa wenn Stiftungen selbst Recherchereisen organisieren. Ist das eine Gefahr für einen differenzierten Auslandsjournalismus – oder dessen Rettung?

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