Gibt es Hoffnung für die Türkei? #jnWebtalk über die Lage am Bosphorus

Digitales Hintergrundgespräch mit Aslı Telli und Celal Başlangıç am 26. Juni 2021.


In den Nullerjahren schien die Türkei auf dem Weg nach Europa. Doch spätestens seit dem Juli 2016 ist klar: die Demokratie im Land ist in Gefahr. Der Putschversuch bereitete Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Boden für den Umbau der Republik und die Aushöhlung des Rechtsstaates. Die Folgen erleben Hunderte türkischer Journalist:innen, aber auch deutsche Korrespondent:innen wie Deniz Yücel am eigenen Leib.

Wie aber geht es den türkischen Bürgerinnen und Bürgern? Fügen sie sich oder begehren sie auf? Wie blicken sie auf die Menschenrechtslage, die Kurdenfrage oder auf die Außenpolitik der türkischen Regierung? In unserem #jnWebtalk am 26. Juni werden uns zwei Expert:innen, die zugleich Betroffene sind, die Lage erklären. Wir freuen uns auf:

Aslı Telli – Dozentin für Medien-, Kommunikation- und Sozialinformatik. Sie vertritt die Türkei bei European Digital Rights (EDRi), einer internationalen Bürgerrechtsorganisation, die sich dem Datenschutz und der Freiheit der Bürgerinnen verschrieben hat. Außerdem ist sie Vorstandsmitglied bei den Akademikerinnen für den Frieden/Deutschland.

Celal Başlangıç – Journalist. Er war Korrespondent im kurdischen Teil der
Türkei. Heute lebt er in Köln und ist Chefredakteur von ARTI TV und der Webzeitung „artıgerçek“.

Während der Veranstaltung wird Aslı Telli Englisch sprechen. Celal Başlangıç wird Türkisch sprechen und ins Deutsche gedolmetscht werden.

Das 60-minütige Hintergrundgespräch mit Aslı Telli und Celal Başlangıç findet statt am Samstag, 26. Juni um 11 Uhr. Bittet meldet Euch an unter mail@journalists-network.org. Die Zugangsdaten gibt’s mit der Bestätigung per Mail.

Pressefreiheit in Belarus: #jnWebtalk mit Fotojournalistin Tatjana Tkatschowa

Digitales Hintergrundgespräch am 22. Mai 2021 um 11 Uhr

Unser kommender #jnWebtalk wird eine Premiere: Erstmals findet das digitale Hintergrundgespräch auf Englisch statt! Zu Gast haben wir die preisgekrönte belarusische Fotojournalistin Tatjana Tkatschowa. Sie wird uns aus erster Hand von der staatlichen Einschüchterung und Kriminalisierung von Journalist:innen in Belarus berichten.

Tatjana Tkatschowa errang mit ihrer Fotoserie „Between Right and Shame“ über Schwangerschaftsabbrüche den zweiten Preis des World Press Photo Award 2020 in der Kategorie „Portraits and Stories“. Als nach den Präsidentschaftswahlen in Belarus im August 2020 die landesweiten Demonstrationen ausbrachen, arbeitete sie noch bei der staatlichen Tageszeitung „Zivazda“. Doch statt der von der Chefredaktion bestellten regimefreundlichen Bilder fotografierte sie erst die friedlichen Demonstrationen, dann die gewalttätige Verfolgung und Verhaftung der Protestierenden durch Spezialeinheiten – und kündigte schließlich.

„Journalistin in Belarus zu sein war schon vor den Präsidentschaftswahlen ein gefährlicher Beruf“, sagt Tatjana Tkatschowa heute. „Seit Ende August 2020 aber werden wir systematisch festgenommen, geschlagen, inhaftiert oder zu hohen Geldstrafen verurteilt.“

Die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte e.V. brachte Tkatschowa nach Deutschland, wo sie die traumatischen Ereignisse verarbeiten und sich neuen Fotoprojekten widmen will.

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10 Jahre Fukushima: #jnWebtalk mit Japan-Korrespondentin Sonja Blaschke

Digitales Hintergrundgespräch am 27. März 2021 um 11 Uhr

Im März 2011 kam es im Atomkraftwerk im japanischen Fukushima nach einem Erdbeben zur Kernschmelze. Die Aufräumarbeiten dauern bis heute an und werden wohl erst in einigen Jahrzehnten abgeschlossen sein. Trotzdem setzt Japan weiterhin auf Atomkraft: Nachdem das Land zunächst alle Reaktoren abgeschaltet hatte, sind inzwischen einige von ihnen wieder in Betrieb.

Wie hat Japan darüber hinaus auf die Katastrophe reagiert? Und wie sieht die japanische Bevölkerung das Thema Atomkraft: Gibt es Widerstand gegen die Atompolitik der Regierung oder Unterstützung? Was hat sich in den letzten zehn Jahren verändert?

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Putsch in Myanmar: #jnWebtalk zur Protestbewegung gegen den Staatsstreich


Digitales Hintergrundgespräch mit Myanmar-Korrespondentin Verena Hölzl am 27. Februar 2021


Zehn Jahre hat der Demokratisierungsprozess in Myanmar gehalten – doch am 1. Februar 2021 putschte das Militär und verhaftete Staatsrätin Aung San Suu Kyi und Präsident Win Myint. Die Hintergründe und Auswirkungen des Konflikts wollen wir daher zum Thema eines jn-Webtalks mit der Südostasien-Korrespondentin Verena Hölzl machen.

Die freie Journalistin lebt derzeit in Bangladesch. Von 2015 bis 2020 hat sie als Korrespondentin in Myanmar gearbeitet, unter anderem für die dpa, DW, NZZ, TIME und Al Jazeera. In dieser Zeit hat sie Myanmars Übergang zur Demokratie verfolgt und intensiv aus Bangladesch und dem Krisenstaat Rakhine über den Völkermord an den Rohingya berichtet.

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Neue Köpfe, Tatendrang und eine virtuelle Weltreise

Die jn-Mitgliederversammlung vom 9. Januar 2021

Text: Anna Corves

Aus dem traditionellen jn-Jahrestreffen in Berlin mit Ausklang in einer benachbarten Gaststätte wurde diesmal pandemiebedingt nix. Auch wir sind ins Netz umgezogen. Und haben uns über eine außerordentlich rege Beteiligung an unserer Mitgliederversammlung gefreut. Ein Vorteil der virtuellen Welt: Es konnten auch Mitglieder daran teilnehmen, die in anderen Teilen Deutschlands und der Welt leben und arbeiten.

Nach sechs Jahren gibt Max Kuball (Deutschlandfunk Kultur) seinen Posten an der Vereinsspitze ab, bleibt journalists.network aber im Beirat treu. Neue Vorstandsvorsitzende und Sprecherin ist ab sofort Lea Deuber. Die China-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung ist seit 2015 im Vorstand.

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Wie werde ich Korri trotz Corona? Arbeiten im Ausland in der Pandemie

Digitales Hintergrundgespräch mit Lea Deuber, Julia Neumann und Antonia Schäfer am 9. Januar

Nach dem erfolgreichen Auftakt mit Antje Diekhans laden wir zu einem weiteren jn-Webtalk ein: Statt wie sonst zu einem Jahrestreffen in Berlin zusammenzukommen, freuen wir uns auf eine möglichst große Runde bei unserem nächsten digitalen Hintergrundgespräch!

Wir haben drei Korrespondentinnen eingeladen, uns in einem jn-Webtalk von ihren Erfahrungen während der Pandemie zu erzählen: Wie geht Recherche, wenn man im Lockdown festsitzt und nicht reisen kann? Kann man noch Themen jenseits von Corona unterbringen? Was macht das Virus mit dem Sozialleben in der Fremde? Und was kann ich tun, wenn ich auch Korrespondent*in werden möchte?

Diese und viele andere Fragen beantworten unsere drei Referentinnen: Zum einen Lea Deuber, die als China-Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Peking lebt. Lea ist außerdem Mitglied des jn-Vorstands. Zum anderen Julia Neumann, die seit zwei Jahren als freie Korrespondentin von Beirut aus arbeitet. Die jn-Alumna berichtet vor allem über Politik, Gender und Migration in Westasien und Nordafrika. Und schließlich Antonia Schäfer, die mitten in der Pandemie nach Kolumbien gezogen ist. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung an der DJS lebt sie nun in Cali als freie Korrespondentin im Bereich Print, Online, Hörfunk und Fernsehen. 2020 wurde sie vom Medium Magazin in die Liste der „Top 30 bis 30“ aufgenommen.

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Krieg um Tigray: jn-Webtalk zum Konflikt in Äthiopien

Digitales Hintergrundgespräch mit Afrika-Korrespondentin Antje Diekhans am 9. Dezember

Trotz der Pandemie steht die Welt nicht still. Ein trauriges Beispiel dafür ist der Konflikt in Äthiopien, durch den in den vergangenen Wochen viele Menschen gestorben und viele weitere geflohen sind. Die Ursachen, Hintergründe und Auswirkungen des Konflikts wollen wir daher zum Thema eines jn-Webtalks machen:

Am 9. Dezember haben wir Antje Diekhans zu einem digitalen Hintergrundgespräch eingeladen. Die Hörfunk-Korrespondentin der ARD für Ostafrika hat die Kämpfe zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Volksbefreiungsarmee von Tigray in den vergangenen Wochen beobachtet. Mit ihr wollen wir u.a. über die inneräthiopischen Ursachen des Konflikts, die Ziele der TPLF sowie die Rolle des äthiopischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Abiy Ahmed sprechen. Aber natürlich können die Teilnehmer*innen auch alle anderen Fragen zum Korrespondenten-leben und -arbeiten loswerden.

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Remote-Klausur

Vorstandstreffen findet wegen Corona-Pandemie virtuell statt

Auch bei uns ist in diesem Jahr alles anders: Statt wie geplant ein Wochenende lang Pläne fürs kommende Jahr zu schmieden, mussten auch wir auf die mittlerweile notorischen Videokonferenzen ausweichen. Das geht nicht so schnell wie sich live gegenüber zu sitzen und macht vor allem nicht so viel Spaß – aber trotzdem haben wir ein bisschen was geschafft.

Leider ist im Moment ja eh vollkommen unklar, wann wir mit unserem üblichen Programm fortfahren können: Die Kolumbien-Reise ist bis auf weiteres verschoben, die Jahreskonferenz von Netzwerk-Recherche inklusive der von uns geplanten Workshops wandert in den September und mit der Verlegung der Olympischen Spiele haben wir auch die Japan-Reise auf 2021 umgeplant. Vermutlich muss auch das eine oder andere Projekt ganz entfallen. Umso mehr hoffen wir, dass wir im Juni (oder Juli, August, September,…) vielleicht wenigstens mal wieder einen Stammtisch organisieren und dann Wiedersehen feiern können. Das wäre schonmal großartig! Und alles weitere findet sich.

Die Waffen schweigen, der Konflikt geht weiter – Kolumbien nach dem Friedensabkommen mit der Farc-Guerilla

Verschoben: Recherchereise nach Bogotá, Popayán und in die Grenzregion La Guajira vom 4. bis 15. Mai 2020.

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„Tuchfühlung mit den Akteuren, dafür war ich zuständig“

Hintergrundgespräch mit Syrien-Experte Carsten Wieland im Januar 2020

Text: Max Kuball – Foto: Alexander Moritz

Jahrelang hat er in Genf an der Lösung des Syrien-Konflikts gearbeitet, seit kurzem ist er zurück in Berlin: Der Diplomat und Autor Carsten Wieland. Also haben wir die Chance genutzt und ihn – solange die Eindrücke und Einblicke noch frisch sind – zu einem jn-Hintergrundgespräch eingeladen. In den Räumen des iac Berlin stellte sich Wieland zwei Stunden lang den Fragen einer kleinen, aber interessierten Gruppe von Teilnehmern.

Wieland begann den Abend, indem er ein bisschen über seinen Werdegang erzählte. Wie er als ausgebildeter Journalist (und Vorsitzender von journalists.network) zu einem Kenner der arabischen Welt, vor allem Syriens wurde. Wie ihn seine langjährigen Kontakte zu fortschrittlich denkenden Gruppen in Syrien zu einem wertvollen Mittler im syrischen Bürgerkrieg werden ließen. Und wie er – vom Auswärtigen Amt nach Genf entsandt – den UN-Sondergesandten Brahimi, de Mistura und Pedersen dabei half, Regierung und Opposition zu Gesprächen an einen Tisch zu bringen. „Tuchfühlung mit den Akteuren, dafür war ich zuständig“, umschrieb er seine Genfer Aufgabe.

Daneben ging es aber auch viel um die Wurzeln des Konflikts, seinen Einschätzungen zur Rolle der UN, Russlands und Machthaber Assads, um die heutige Lage sowie mögliche Zukunftsszenarien. Besonders optimistisch blickt Wieland dabei nicht in die Zukunft: In fünf bis zehn Jahren werde Syrien noch immer ein destabilisiertes Land mit vielen Teilkonflikten sein, so seine Prognose.