Einladung zur jn-Recherchereise vom 21. Oktober bis zum 1. November 2026
Foto: Felix Lill
Südkorea gilt als Hightech-Land, als Heimat von K-Pop, als Exportmeister von Smartphones und Halbleitern. Umso größer war der Schock, als der damalige Präsident Yoon Suk-yeol 2024 das Kriegsrecht ausrief. Plötzlich stand die Frage im Raum, wie stabil ein Land ist, das wirtschaftlich längst zu den wichtigsten Demokratien Asiens zählt. Und als Nachbar von Nordkorea unmittelbar mit einer der gefährlichsten Konfliktlinien der Welt konfrontiert ist.
Genau darum soll es bei unserer nächsten Recherchereise gehen: Was ist Südkorea für ein Land, dessen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf einem ähnlichen Niveau liegt wie das der EU-Staaten, das tief in globale Lieferketten eingebunden ist und zugleich 70 Jahre nach dem Waffenstillstand weiter mit dem unberechenbaren Handeln seines Nachbars Nordkorea umgehen muss.
Hintergrundgespräch mit Hartmut Koschyk am 10. Mai 2016 in Berlin
Die wenigen Nachrichten, die uns aus und über Nordkorea erreichen, muten oftmals erschreckend und zum Teil auch skurril an: Da ist von willkürlichen Hinrichtungen die Rede, von Machtkämpfen innerhalb der Führung, von Hungersnöten, von Raketentests und diplomatischen Provokationen. Anderersits gibt es Berichte über einen Bauboom in Pjöngjang, der Einführung von Internet und Mobiltelefonen und einer privilegierten Gruppe junger Regime-Günstlinge, denen die Kims gestattet haben, Reichtum anzuhäufen. Wie zu Zeiten der Sowjetunion gibt es daher im Westen, vor allem aber beim Nachbarn Südkorea, eine große Gruppe von Apologeten und „Astronomen“, die jedes winzige Fitzel Information aus Nordkorea auf seine Glaubwürdigkeit und seine Aussage hin abklopft. Dennoch herrscht allgemein der Eindruck vor: Die spinnen, die Kims in Nordkorea. Aber ist die Politik des Regimes wirklich so unberechenbar, wie das oftmals wirkt? Weiterlesen …