Südkorea – Chips, Start-ups und Brückenbauer
Einladung zur jn-Recherchereise vom 21. Oktober bis zum 1. November 2026

Südkorea gilt als Hightech-Land, als Heimat von K-Pop, als Exportmeister von Smartphones und Halbleitern. Umso größer war der Schock, als der damalige Präsident Yoon Suk-yeol 2024 das Kriegsrecht ausrief. Plötzlich stand die Frage im Raum, wie stabil ein Land ist, das wirtschaftlich längst zu den wichtigsten Demokratien Asiens zählt. Und als Nachbar von Nordkorea unmittelbar mit einer der gefährlichsten Konfliktlinien der Welt konfrontiert ist.
Genau darum soll es bei unserer nächsten Recherchereise gehen: Was ist Südkorea für ein Land, dessen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auf einem ähnlichen Niveau liegt wie das der EU-Staaten, das tief in globale Lieferketten eingebunden ist und zugleich 70 Jahre nach dem Waffenstillstand weiter mit dem unberechenbaren Handeln seines Nachbars Nordkorea umgehen muss.
Die Themen
Der neue Präsident Lee Jae Myung setzt sich für eine Entspannungspolitik mit Nordkorea ein und will eher Brücken bauen als Drohungen auszusprechen. Doch beide Seiten sind hochmilitarisiert. Wie beurteilen das die Menschen im Land? Korea und Deutschland haben beide eine Teilungsgeschichte. Wie wirkt sich dieser Zustand auf die Gesellschaft aus und was bedeutet das für Themen wie die Pressefreiheit?
51 Millionen Koreaner leben heute zwischen Ozean und der „demilitarisierten Zone“ zu Nordkorea, die nach dem Einfrieren des Konflikts 1953 dauerhaft entstand. Trotz dieser „Insellage“ hat sich das Land zu einer Wirtschaftsnation entwickelt, die zwischen China, Indien, Japan und Taiwan ihren Platz behauptet. Seit 2011 gibt es ein EU-südkoreanisches Freihandelsabkommen. Inzwischen ist Südkorea zu Deutschlands drittwichtigstem Handelspartner in Asien geworden. Was macht Südkoreas Wirtschaft so stark?
Und welche Rolle könnte seine Chipindustrie zukünftig noch spielen? Schon heute gehört Samsung nach dem taiwanischen TSMC zu den wichtigsten Produzenten von Hochleistungschips weltweit und beliefert auch viele europäische Firmen.
Neben der allgemeinen Wirtschaftslage wollen wir auch einen tieferen Blick in die Start-up-Szene werfen. Besonders im Bereich Robotik nimmt Südkorea Teil am Wettlauf mit China, Japan und den USA. Ende Oktober findet mit der „Asia-Pacific Conference of German Business“ (APK) eine der größten Konferenzen der Region zum bilateralen Austausch statt. Wir werden dabei sein und uns die Frage stellen, welche Rolle deutsche Firmen in Südkorea spielen.
Neben der Hauptstadt Seoul werden wir auch in den Süden nach Busan reisen, um die Vielfältigkeit des Landes kennenzulernen.
Reise und Kosten
Die Recherchereise nach Südkorea findet vom 21. Oktober bis zum 1. November 2026 statt. Wer von einer Redaktion geschickt wird oder hauptsächlich für diese Beiträge realisiert, zahlt 850 Euro; Selbstzahlende zahlen 750 Euro und Volontärinnen und Volontäre 700 Euro. In den Kosten enthalten sind der Flug Berlin – Seoul und zurück, Inlandstransfers, sowie Unterkunft im Doppelzimmer mit Frühstück. Die Anreise zum Flughafen in Deutschland sowie die Kosten für Mittag- und Abendessen während der Reise tragen die Teilnehmenden in der Regel selbst.
An der Recherchereise nach Südkorea können zehn Journalistinnen und Journalisten teilnehmen, die nicht älter als 39 Jahre sind. Die Altersgrenze besteht, da journalists.network e.V. sich der Förderung junger Medienschaffender und des publizistischen Nachwuchses verpflichtet fühlt.
Es ist gewünscht, dass aus der Recherche Publikationen entstehen. Es ist keine reine Informationsreise.
Außerdem lebt unser Verein vom ehrenamtlichen Engagement. Wir sind kein Reisebüro, deshalb erwarten wir von den Teilnehmern eine aktive Beteiligung an der Reise und freuen uns, wenn darüber hinaus Interesse besteht, sich in unserem Netzwerk zu engagieren. Die vollständigen Teilnahmebedingungen sind unter http://journalists-network.org/recherchereisen/teilnahmebedingungen/ zu finden.
Bewerbung
Bewerbungsschluss für die Recherchereise nach Südkorea ist der 06. August 2026.
Aus der Bewerbung sollten die beruflichen Schwerpunkte und die persönliche Motivation hervorgehen, in Südkorea zu recherchieren (eine Seite). Neben Lebenslauf (eine Seite genügt) und maximal drei Arbeitsproben (Texte oder Links) bitten wir darum, zwei Recherchethemen grob auf einer Seite zu skizzieren, die auf der Reise umgesetzt werden könnten und in welchem Medium diese veröffentlicht werden sollen. Wir werden versuchen, einige Themenvorschläge der ausgewählten Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmer in das offizielle Programm einzubauen.
Die Bewerbungsunterlagen sind in Form einer einzigen pdf-Datei an suedkorea@journalists-network.org zu schicken. Eine Rückmeldung gibt es wenige Tage nach Ende der Bewerbungsfrist. Transparenzhinweis: Die Gruppe wird u.a. anhand mehrerer Kriterien zusammengestellt, damit am Ende eine Mischung existiert aus Alter, Geschlecht, Medium, persönlicher Erfahrung, Themenideen und bisheriger Erfahrung mit jn.
Die Bedingungen für die Teilnahme an unseren Reisen – auch was den Versicherungsschutz angeht – finden sich hier.
Bitte beachte: Mit Deiner Bewerbung erklärst Du Dich damit einverstanden, dass Deine Daten gemäß DSGVO durch journalists.network e.V. zum Zwecke der Durchführung des Projekts „Recherchereise nach Südkorea“ verarbeitet werden.
Organisation
Die Recherchereise nach Südkorea wird logistisch unterstützt von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit sowie von der Busan Global City Foundation (BGCF), sowie finanziell von der Korean-German Chamber of Commerce and Industry (KGCC).
Organisiert und geleitet wird die Reise von den Journalisten Felix Lill und Andre Zantow.
Fragen zur Reise beantworten die Organisatoren unter suedkorea@journalists-network.org.
Weitere Informationen finden sich auf unserer Website.
Wir freuen uns auf eure Bewerbung!
Das Team von journalists.network