Putsch in Myanmar: jn-Webtalk zur Protestbewegung gegen den Staatsstreich


Digitales Hintergrundgespräch mit Myanmar-Korrespondentin Verena Hölzl am 27. Februar 2021


Zehn Jahre hat der Demokratisierungsprozess in Myanmar gehalten – doch am 1. Februar 2021 putschte das Militär und verhaftete Staatsrätin Aung San Suu Kyi und Präsident Win Myint. Die Hintergründe und Auswirkungen des Konflikts wollen wir daher zum Thema eines jn-Webtalks mit der Südostasien-Korrespondentin Verena Hölzl machen.

Die freie Journalistin lebt derzeit in Bangladesch. Von 2015 bis 2020 hat sie als Korrespondentin in Myanmar gearbeitet, unter anderem für die dpa, DW, NZZ, TIME und Al Jazeera. In dieser Zeit hat sie Myanmars Übergang zur Demokratie verfolgt und intensiv aus Bangladesch und dem Krisenstaat Rakhine über den Völkermord an den Rohingya berichtet. Mit ihr wollen wir über die Situation im Land vier Wochen nach dem Putsch sprechen sowie über die Protestbewegung gegen die Militärregierung und die Rolle der inhaftierten Staatsrätin und De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Aber natürlich können die Teilnehmer*innen auch alle anderen Fragen rund um das Leben und Arbeiten als Korrespondent*in loswerden.


Das 45-minütige Hintergrundgespräch mit Verena Hölzl findet am Samstag, 27. Februar, um 11 Uhr statt. Eine Anmeldung ist per E-Mail unter mail@journalists-network.org möglich. Die Zugangsdaten schicken wir mit der Bestätigung zu.

Krieg um Tigray: jn-Webtalk zum Konflikt in Äthiopien

Digitales Hintergrundgespräch mit Afrika-Korrespondentin Antje Diekhans am 9. Dezember

Trotz der Pandemie steht die Welt nicht still. Ein trauriges Beispiel dafür ist der Konflikt in Äthiopien, durch den in den vergangenen Wochen viele Menschen gestorben und viele weitere geflohen sind. Die Ursachen, Hintergründe und Auswirkungen des Konflikts wollen wir daher zum Thema eines jn-Webtalks machen:

Am 9. Dezember haben wir Antje Diekhans zu einem digitalen Hintergrundgespräch eingeladen. Die Hörfunk-Korrespondentin der ARD für Ostafrika hat die Kämpfe zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der Volksbefreiungsarmee von Tigray in den vergangenen Wochen beobachtet. Mit ihr wollen wir u.a. über die inneräthiopischen Ursachen des Konflikts, die Ziele der TPLF sowie die Rolle des äthiopischen Ministerpräsidenten und Friedensnobelpreisträgers Abiy Ahmed sprechen. Aber natürlich können die Teilnehmer*innen auch alle anderen Fragen zum Korrespondenten-leben und -arbeiten loswerden.

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„Tuchfühlung mit den Akteuren, dafür war ich zuständig“

Hintergrundgespräch mit Syrien-Experte Carsten Wieland im Januar 2020

Text: Max Kuball – Foto: Alexander Moritz

Jahrelang hat er in Genf an der Lösung des Syrien-Konflikts gearbeitet, seit kurzem ist er zurück in Berlin: Der Diplomat und Autor Carsten Wieland. Also haben wir die Chance genutzt und ihn – solange die Eindrücke und Einblicke noch frisch sind – zu einem jn-Hintergrundgespräch eingeladen. In den Räumen des iac Berlin stellte sich Wieland zwei Stunden lang den Fragen einer kleinen, aber interessierten Gruppe von Teilnehmern.

Wieland begann den Abend, indem er ein bisschen über seinen Werdegang erzählte. Wie er als ausgebildeter Journalist (und Vorsitzender von journalists.network) zu einem Kenner der arabischen Welt, vor allem Syriens wurde. Wie ihn seine langjährigen Kontakte zu fortschrittlich denkenden Gruppen in Syrien zu einem wertvollen Mittler im syrischen Bürgerkrieg werden ließen. Und wie er – vom Auswärtigen Amt nach Genf entsandt – den UN-Sondergesandten Brahimi, de Mistura und Pedersen dabei half, Regierung und Opposition zu Gesprächen an einen Tisch zu bringen. „Tuchfühlung mit den Akteuren, dafür war ich zuständig“, umschrieb er seine Genfer Aufgabe.

Daneben ging es aber auch viel um die Wurzeln des Konflikts, seinen Einschätzungen zur Rolle der UN, Russlands und Machthaber Assads, um die heutige Lage sowie mögliche Zukunftsszenarien. Besonders optimistisch blickt Wieland dabei nicht in die Zukunft: In fünf bis zehn Jahren werde Syrien noch immer ein destabilisiertes Land mit vielen Teilkonflikten sein, so seine Prognose.

India – what’s next?

jn-Hintergrundgespräch mit Jürgen Webermann am 6. Juni 2019 in Hamburg

900 Millionen Wähler, sechs Wochen Zeit – Indien, die bevölkerungsreichste Demokratie der Welt, wählt ein neues Unterhaus im Parlament. Der jetzige indische Premierminister Modi hatte die Wahl 2014 als Spitzenkandidat der hindu-nationalistischen Partei BJP gewonnen. Umfragen zufolge hat er gute Chancen auf eine zweite Amtszeit. Was bedeutet die Wahl für Indien? Wie geht es weiter in dem Land? Und wie ist die Arbeitsweise von deutschen Korrespondenten in Indien und der Region Südasien?

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Mit der Urne im Gepäck

Hintergrundgespräch mit Botschafterin M. Dutta Tomar am 27. März in Berlin

Foto: Embassy of India

Zugegeben, als der Vorschlag der Botschaft kam, waren wir zunächst skeptisch: Ob Mittwochmittag um 12 wirklich genug Teilnehmer für ein Hintergrundgespräch zusammenkommen würden? Aber es hat geklappt, und wie: Gemeinsam mit dem Deutsch-Indischen Mediennetzwerk, der Alumniorganisation des Medienbotschafter-Programms der Bosch-Stiftung, kamen dreizehn Teilnehmer zusammen, die sich mit Botschafterin Mukta Dutta Tomar über die anstehenden Parlamentswahlen in Indien unterhielten. Das Treffen diente zugleich als (offenes) Vorbereitungstreffen für unsere anstehende Recherchereise nach Indien und Nepal.

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Der Sieger steht schon fest – und dennoch hat der Kreml Angst

Hintergrundgespräch vor der Wahl in Russland mit Julius v. Freytag-Loringhoven

Ein Wettbewerb, bei dem der Sieger schon feststeht – ist normalerweise eine ziemlich langweilige Angelegenheit. Insofern könnte man angesichts der Wahlen in Russland am 18. März das große Gähnen kriegen, denn dass Präsident Putin seine 4. Amtszeit antreten wird, bezweifelt niemand.

Trotzdem bezeichnet Julius von Freytag-Loringhoven die Abstimmung als „interessant“. Er leitet seit sechs Jahren die Russland-Arbeit der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, lebt in Moskau. Im jn-Hintergrundgespräch gab er Einblicke in die politische und gesellschaftliche Stimmung in Russland vor der Wahl. Weiterlesen …

„Respekt, Würde, Demut gehören zu jeder Recherche“

Hintergrundgespräch mit Korrespondentin Sandra Petersmann im Oktober 2017

Text: Max Kuball

„Ich habe mich in keinem Land bisher journalistisch-ethisch so schwergetan wie in Somalia – nicht in Afghanistan, nicht in Pakistan.“ Dieser Satz von Sandra Petersmann, gefallen in den ersten Minuten des jn-Hintergrundgesprächs, umreisst sowohl die Themen als auch den Ton des Abends sehr gut: Über zwei Stunden nahm sich die frühere ARD-Korrespondentin Zeit, um einer großen Runde Interessierter von ihren Erfahrungen zu berichten. Und sie begann mit den jüngsten Eindrücken, die sie von einer Reise nach Somalia mitgebracht hat: Von der prekären Sicherheitslage in Mogadischu über die Zustände in den dortigen Flüchtlingslagern bis zu den Anstrengungen der Vereinten Nationen und vieler Hilfsorganisationen, den bald 25 Jahre dauernden Bürgerkrieg sowie den Terror der al-Shabaab endlich zu beenden.

Nach Somalia war Petersmann für die Deutsche Welle gereist, für die sie nach ihrer Rückkehr aus Neu Delhi im Dezember 2016 wieder arbeitet. Davor hatte sie fünf Jahre lang als Hörfunk-Korrespondentin der ARD aus und über Indien, Bangladesch, Bhutan, Nepal, Sri Lanka, die Malediven und Pakistan berichtet – sowie immer wieder über Afghanistan. Denn vor allem an Afghanistan hängt ihr Herz, seit sie das Land 1993 zum ersten Mal bereiste – mit gerade einmal 19 Jahren eine prägende Erfahrung: „Es war diese Reise, die mich zum Auslands-Journalismus gebracht hat“, so Petersmann. Weiterlesen …

„Das Wichtigste ist aufrichtiges Interesse“

Michael Obert im Hintergrundgespräch über seine Arbeit

„Ich war zuerst Reisender und dann Reporter. Die Menschen haben mich erst zum Reporter gemacht.“ So beschreibt Michael Obert den Ausgangspunkt seiner Arbeit. Der preisgekrönte Journalist, der das Magazin der Süddeutschen Zeitung, die GEO oder auch internationale Zeitschriften mit seinen aufwändig recherchierten und außergewöhnlichen Geschichten schmückt, nahm sich im Hintergrundgespräch mit journalists.network viel Zeit für Fragen rund um Recherchen in gefährlichen Weltgegenden, Themenfindung, Absprachen mit Redaktionen – und seine Reporter-Akademie. Weiterlesen …

„Als putscherfahrener Türke wusste ich, was zu tun ist“

Hintergrundgespräch mit Cem Sey zur Türkei

Cem Sey vor 22 Zuhörern beim Hintergrundgespräch zur Türkei

Cem Sey vor 22 Zuhörern beim Hintergrundgespräch zur Türkei

Cem Sey geriet zufällig mitten in den Putschversuch in der Türkei – der für politische Beobachter nicht ganz so unerwartet kam, wie er im Hintergrundgespräch bei journalists.network erklärte. Als er mit dem Auto von Ankara nach Istanbul fuhr, ging es vor der Bosporus-Brücke nicht mehr weiter. Er hörte im Radio, dass das Militär einen Umsturz plante. „Als putscherfahrener Türke wusste ich, was zu tun ist – runter von der Straße und in ein Hotel“. Er hörte Schüsse, sah die Kampfjets und ahnte, dass der Versuch scheitern würde: Niemand mit Verstand putsche an einem Freitag abend in Istanbul, wenn die Leute ausgehen, alle Straßen verstopft sind.

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„Kim Jon Un hat überreizt – nicht nur ein bisschen“

Hintergrundgespräch mit Hartmut Koschyk in Berlin

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Das war Zufall – aber ein wirklich passender: Während in Nordkorea zum ersten Mal seit 1980 ein Parteikongress der Arbeiterpartei Nordkoreas stattfand, haben wir Hartmut Koschyk zum Hintergrundgespräch von journalists.network getroffen. Der CSU-Bundestagsabgeordnete ist einer der besten Kenner der rätselhaften Diktatur in Deutschland: Als langjähriger Vorsitzender der deutsch-koreanischen Parlamentariergruppe hat er das Land bereits oft bereist. Koschyk nahm sich viel Zeit, um von seinen Erfahrungen und Erlebnissen zu berichten sowie den Parteitag und die allgemeine Lage in Nordkorea zu bewerten.

Vom Abhalten des Parteitags selbst zeigte sich Koschyk dabei im Gegensatz zu vielen Beobachtern gar nicht überrascht: Die Veranstaltung sei seit zwei Jahren angekündigt gewesen. Dass Nordkorea dennoch immer wieder für weltweite Irritationen sorge, liege an einer klaren Strategie, ein Geheimnis aus ihrer Politik zu machen. Daher meint Koschyk: „Vieles in der Berichterstattung über dieses Land wird zur Sensation, auch wenn es ganz normale Vorgänge sind.“ Weiterlesen …