Brexit-Turbulenzen im Vereinigten Königreich

Recherchereise vom 10. bis 16. März 2019 nach Großbritannien und Nordirland

Großbritannien steht vor einem tiefen Einschnitt. Und auch für die restliche Europäische Union ist der Brexit am 29. März 2019 eine Gleichung mit vielen Unbekannten. Noch immer ist völlig unklar, wie sich der geplante Ausstieg von 66 Millionen Menschen, die für 16 Prozent der EU-Wirtschaftsleistung stehen, auf beiden Seiten des Ärmelkanals auswirken wird.

Mitten im Countdown wollen wir uns vor Ort ein eigenes Bild machen. Wir werden uns mit deutschen und einheimischen Unternehmen in London und in der englischen Provinz treffen und die Perspektive von Chefs wie auch von Mitarbeitern auf den Brexit erfahren. Welche Risiken birgt er möglicherweise, welche Chancen? 

Die Unternehmen auf der Insel stellt die Unsicherheit vor enorme Probleme: Handel und Produktion werden wahrscheinlich komplizierter. Die Autobranche in Großbritannien ist mit dem Kontinent eng verflochten. Auch für die Finanzwirtschaft hat der Brexit unvorhergesehene Auswirkungen: London ist  der größte Finanzstandort Europas. Banken, Versicherungen und andere Dienstleister müssen sich auf die unterschiedlichsten politischen Szenarien einstellen. Die britischen und nordirischen Bauernhöfe müssen einerseits ohne Subventionen aus Brüssel auskommen, zugleich ist auch die Lebensmittelversorgung immer internationaler geworden, so dass Branchenkenner bei einem „harten Brexit“ sogar handfeste Versorgungsengpässe befürchten. Arbeitnehmervertreter fragen sich unterdessen, in welchem Maße ein Ausstieg aus EU-Sozialstandards zu befürchten ist.

Der Brexit verändert auch den nicht-geschäftlichen Lebensalltag. Im Referendum war immerhin fast die Hälfte der Stimmen gegen den Ausstieg, in London und in Nordirland sogar die Mehrheit. Dort wollen wir erfahren, wie sehr das Thema die Gesellschaft spaltet und immer noch die politische Debatte prägt. Außerdem wollen wir EU-Ausländer treffen, die verunsichert sind und sich fragen, ob sie auch nach dem Brexit noch in ihrer Wahlheimat leben können – und wollen.

Unsere Reise wird uns auch auf die irische Insel an die künftige EU-Außengrenze nach Nordirland führen. Viele Bewohner dort möchten den engen Austausch mit dem Kontinent, der Republik Irland, aber auch mit Großbritannien bewahren. Vor Ort in Belfast und Umgebung möchten wir herausfinden, welche sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen eine „harte Grenze“ haben könnte. Und was diese Grenze für den Friedensprozess auf der Insel bedeutet, rund 20 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen.

Bewerbung

Die Recherchereise findet vom 10. bis zum 16. März 2019 statt. An der Reise teilnehmen können zehn Journalistinnen und Journalisten, die nicht älter als 39 Jahre sind. Die Bewerbungsfrist endet am Mittwoch, 16. Januar 2019. Danach werden wir uns innerhalb weniger Tage mit einer Zu- oder Absage zurückmelden.

Für die Bewerbung bitten wir um ein Motivationsschreiben, einen Lebenslauf und eine kurze Skizze von zwei Themenideen, die sich im Rahmen des Programms umsetzen lassen – zusammen mit einem Hinweis, in welchem Medium die Themen umgesetzt werden können. Gute Englischkenntnisse werden vorausgesetzt. Interessenten schicken ihre Bewerbungsunterlagen als PDF-Datei bitte per E-Mail an brexit@journalists-network.org.

Wer von einer Redaktion geschickt wird oder hauptsächlich für diese Beiträge verfasst, zahlt 600 Euro. Selbstzahler, Volontäre und Journalistenschüler zahlen 500 Euro. In den Kosten enthalten sind Flüge ab/bis Düsseldorf, Transfers vor Ort, ein gemeinsames Programm inklusive Transport sowie Unterkunft (Doppelzimmer mit Frühstück). Die An- und Abreise von und zum Flughafen ist von jedem Teilnehmer selbst zu tragen.

journalists.network e.V. organisiert seit 20 Jahren Recherchereisen für junge Kollegen, um zum Verständnis fremder Länder beizutragen und den journalistischen Nachwuchs in der Auslandsberichterstattung zu fördern. Unser Verein lebt vom ehrenamtlichen Engagement. Deshalb erwarten wir von den Teilnehmern aktive Beteiligung. Wir freuen uns, wenn über die Reise hinaus Interesse besteht, sich in unserem Netzwerk zu engagieren.

Die Bedingungen für die Teilnahme an unseren Reisen (z.B. Versicherungsschutz) stehen online unter http://journalists-network.org/recherchereisen/teilnahmebedingungen/.

Die Recherchereise nach Großbritannien und Nordirland wird unter anderem unterstützt von der Johanna-Quandt-Stiftung und Irland Information Tourism Ireland. Organisiert und geleitet wird die Reise von Patrick Fina und Hendrik Buhrs (beide WDR).

Bei Fragen zur Reise sind die Organisatoren unter brexit@journalists-network.org erreichbar. An diese Adresse können auch Bewerbungen geschickt werden.